Die erste Gemeinde

Eine idealisierte Darstellung.

Apostelgeschichte 2, 42-47 handelt von der Geburtsstunde der ersten christlichen Gemeinde. Die Beschreibung dieser Gemeinde stammt von Lukas, welcher an Theophilus berichtete:

42 Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten. 

43 Es kam aber Furcht über alle Seelen, und viele Wunder und Zeichen geschahen durch die Apostel. 44 Alle Gläubigen waren aber beisammen und hatten alle Dinge gemeinsam; 45 sie verkauften die Güter und Besitztümer und verteilten sie unter alle, je nachdem einer bedürftig war. 46 Und jeden Tag waren sie beständig und einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern, nahmen die Speise mit Frohlocken und in Einfalt des Herzens; 47 sie lobten Gott und waren angesehen bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich die zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden. (Schlachter 2000)

Retrospektiv wird positiv erlebtes oft idealisiert dargestellt. Vereinfacht heisst das: Erlebtes wird besser dargestellt, als es in Wirklichkeit war.

Oft hört man in Kirchenkontexten, dass sich die Kirche an der ersten Gemeinde orientieren sollte. Zurück zum Ideal, wie Kirche/Gemeinde eigentlich sein sollte. Doch was können wir tatsächlich aus dieser Stelle für das 21. Jahrhundert übertragen?

In den Briefen von Paulus finden wir verschiedene Kirchenmodelle. Auch heute finden wir Hausgemeinden, Staatskirchen, kleine bis grosse Gemeinschaften, die ihre jeweiligen Konzepte verfolgen.

Das Bild, welches Lukas hier zeichnet, hat nicht die Absicht, dass Kirche genau so aussehen sollte. Er zeigt jedoch auf, wie das Christus-Movement gestartet ist und dass dieses Movement ernst zu nehmen ist. Aus der heutigen Sicht können wir bestätigen, dass sich dieses Movement weltweit etabliert hat.

Wichtige Elemente dieser Erzählung sind:

– Die Lehre

– Die Gemeinschaft

– das mit- und füreinander

– Das Gebet

– Zeichen und Wunder

– Regelmässige Treffen

– Der Lobpreis

In welcher Form, dass nun im 21. Jahrhundert angewandt werden sollte, können wir aus dieser Stelle nicht entnehmen. Wie eine christliche Gemeinschaft aussehen sollte, muss kontextualisiert und praktiziert werden. 

Ein „zurück zur ersten Gemeinde“ bitte nur dann, wenn das Prinzip und nicht die Form beachtet wird.

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